Wir geben Euch nicht auf

Mit der Landesinitiative „Kurve Kriegen“ sollen kriminelle Wege von Kindern und Jugendlichen unterbrochen werden.

Text: Dagmar Hojtzyk, Bild: Markus Mucha
Stefan Bohm und Torsten Loosz sind das neue Team für das kriminal-pädagogische Projekt „Kurve kriegen“.

Es gibt sie, die kriminellen Karrieren, die in der Kindheit oder Jugend beginnen und sich im Erwachsenenalter fortsetzen. Diesen verhängnisvollen Kreislauf will die Landesregierung Nordrhein-Westfalens mit der Initiative „Kurve Kriegen“ unterbrechen. Durch Hilfe – nicht durch harte Strafen. Nicht vom grünen Tisch aus, sondern mit Fachleuten vor Ort. Ab Januar 2021 wird das für den Kreis Recklinghausen der Unterbezirk sein. Stefan Bohm ist Diplom-Pädagoge, Antigewalt- und Deeskalationstrainer. Der 46-Jährige „brennt“ für diese Initiative und ist der Ansprechpartner – in Zusammenarbeit mit Torsten Loosz.

Das besondere für Stefan Bohm: „Kurve Kriegen ist auf Langfristigkeit angelegt. Die Vertragslaufzeit geht bis Ende 2024.“ Und das nicht ohne Grund. „Kurve Kriegen“ hat bereits eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Stefan Bohm: „40 Prozent der gefährdeten Jugendlichen konnten wir nachhaltig erreichen. Das ist eine gewaltige Zahl.“ Die Initiative ist gedacht für Kinder und Jugendliche von 8 bis 18 Jahren. Ins Programm aufgenommen werden sie, wenn mindestens drei Anzeigen wegen Diebstahls oder Raub vorliegen oder eine Gewalttat.

Rund 20 Jugendliche aus dem Kreis Recklinghausen können aufgenommen werden. Ein engmaschiges Netzwerk von Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Behörden, der Polizei, Jugendhilfeträgern und anderen Einrichtungen arbeitet mit den Eltern und Jugendlichen zusammen. Die Teilnahme ist freiwillig. „Kurve Kriegen“, so Stefan Bohm, sendet ein wichtiges Signal an die Jugendlichen aus: „Wir geben Euch nicht auf. Wir bleiben dran.“