Grundschule am Wilhelmsplatz Herten
Einrichtungsleitung
Susanne Lappeßen

Am Wilhelmsplatz 4
45699 Herten
Tel.: 0 23 66 - 30 38 73
Fax: 0 23 66 - 30 38 75
E-Mail: s.lappessen@awo-msl-re.de
Öffnungszeiten
Montag - Freitag von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Grundschule am Wilhelmsplatz Herten
Allgemeines
Hier stellen wir Ihnen das Konzept der Offenen Ganztagsschule (im Folgenden als OGS bezeichnet) in der Schule am Wilhelmsplatz vor. Besonderer Schwerpunkt innerhalb dieser Konzeption bilden die Grundsätze und pädagogischen Schwerpunkte unserer Arbeit.
Rahmenbedingungen
Entwicklung der OGS und Trägerschaft
Die Gründung der OGS erfolgte am 1.8.2003. Stadt, AWO und die Grundschule sorgen für Förder- Betreuungs- und Freizeitangebote sowie für die Organisation und für das Personal.
Gruppenstärke und Personal
Die OGS besteht derzeit aus 100 Kindern der 1. bis 4. Klasse.
Personal: Einrichtungsleitung, pädagogische Fachkräfte, Hauswirtschaftskraft, Ergänzungskräfte, Honorarkräfte, Krankheitsvertretung
Öffnungszeiten
Die OGS-Zeiten sind im Erlass des Ministeriums geregelt. An unserem Standort sind diese in der Regel auf 15 Uhr oder 16 Uhr festgelegt. Diese festen Zeitpunkte ermöglichen den Fachkräften eine bessere Planung der Aktivitäten und der Freizeitgestaltung.
Räumlichkeiten
Der Offenen Ganztagsschule steht seit dem Sommer 2005 ein eigener Pavillon gegenüber der Schule zur Verfügung.
Dieser verfügt über einen geräumigen Küchen-/Essbereich, in dem u.a. hauswirtschaftliche Tätigkeiten mit den Kindern durchgeführt werden, einen Mehrzweckraum, einen Raum für die Hausaufgaben, einen Bewegungsraum mit Kicker und ein Büro. Letzteres wird auch für Elterngespräche genutzt. Ferner stehen für die Hausaufgaben und andere Aktivitäten die Klassenräume und die Turnhalle zur Verfügung. Durch das Verlassen der Schule können wir feststellen, dass die Kinder die neuen Räume als ihr „zweites Zuhause“ ansehen. Durch die derzeitige Gestaltung unseres Außengeländes schaffen wir zusätzlichen Raum zur Muße, Entspannung und Rückzug für die Kinder.
Mittagessen
Die OGS bietet jedem Kind die Möglichkeit, eine warme Mahlzeit gegen ein Entgelt von 2,50 Euro einzunehmen. Das Essensgeld wird für alle BuT-Empfänger nach entsprechender Antragstellung bezuschusst. Für Eltern verbleibt ein zu zahlender Selbstkostenanteil von 1,- € pro Mahlzeit. Es stehen jeden Tag zwei Gerichte zur Verfügung zwischen denen die Kinder im Vorfeld wählen können. Das Essen wird vom Partyhaus Herten Westerholt geliefert und bietet ein reichhaltiges Sortiment an gesundem Essen. Während der Essenszeit ist jeweils eine Fachkraft und die Küchenfachkraft mit anwesend. Dies ermöglicht neben einem reibungslosen Ablauf ebenso das Vertrautmachen mit bestimmten Tischregeln.
Elternbeiträge
Der Kostenanteil der Eltern wird nach dem jeweiligen Bruttojahreseinkommen errechnet. Geschwisterkinder werden kostenlos aufgenommen.
Der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen schließt vor Eintritt in die OGS einen Aufnahmevertrag mit den Erziehungsberechtigten ab, der für die Dauer eines Schuljahres bindend ist.
Ferienzeiten und Brückentage
Innerhalb der Ferien bieten die Teams der OGSs in Herten ein gemeinsames Ferienprogramm in einer Schule an, so dass auch die Ferien mit Projektarbeiten abgedeckt sind.
In den ersten zwei Wochen der Sommerferien schließen wir uns dem städtischen Ferienspaß an. Eine Schließung erfolgt in der dritten Sommerferienwoche, sowie zwischen Weihnachten und Neujahr.
Auch die Brückentage werden gemeinsam mit den anderen OGSs an einem Standort abgedeckt.
Grundsätze unserer Arbeit
- Schwerpunkt unserer Arbeit ist der Sozialisierungsprozess, aufgrund dessen sich unsere Arbeit gruppenübergreifend gestaltet. Durch die Altersmischung ist der Umgang der älteren Kinder mit den jüngeren alltäglich, wobei die Herausbildung sozialer Verantwortung nachdrücklich gefördert wird. Die Kinder erfahren „Gemeinsam sind wir stark“.
- Sie werden dahingehend unterstützt, sich in einer altersgemischten Gruppe zu integrieren und soziale Verhaltensweisen zu erlernen. Darüber hinaus können die Kinder ihre Entwicklungsphasen in einem konstanten Umfeld durchlaufen, ohne nach dem 1. Schuljahr die Gruppe wechseln zu müssen.
- Der grundlegenden Fähigkeit von Kindern zum selbstbestimmten und mitbestimmten Handeln räumen wir einen hohen Stellenwert ein. Die Kinder werden mit ihren jeweiligen Bedürfnissen ernst genommen und können so ein starkes Selbstwertgefühl entwickeln. Darüber hinaus lernen sie Selbstbewusstsein und Selbständigkeit, erkennen ihrer Stärken und Schwächen
- Die Vermittlung von Normen und Werten ist uns ein wichtiges Anliegen. Kinder sollen darin gefördert werden, zu erkennen, was hilfreich im täglichen Miteinander ist und was schadet. Dies beinhaltet z.B. die Vermittlung von Höflichkeiten, wie gegenseitiges Begrüßen, Entschuldigen bei Fehlverhalten, Ehrlichkeit und Respekt gegenüber Autoritätspersonen.
- Die Fachkräfte gestalten den Gruppenalltag mit überschaubaren und verläßlichen Regeln. Sie begreifen sich als Vorbild kindlicher Identifikation und praktizieren eine Form des Zusammenlebens, die frei von Konkurrenzkampf ist und einer kritischen Reflexion unterliegt.
- Die pädagogischen Mitarbeiter verstehen sich als Interessenvertreter der Kinder. Die Kinder werden ungeachtet ihres Entwicklungsstandes, ihrer Herkunft, Nationalität oder Religion wertgeschätzt und akzeptiert.
- Eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns sehr wichtig, denn nur so kann die Erziehung in der Familie sinnvoll unterstützt und auf eventuelle Problemlagen hingewiesen werden.
Pädagogische Schwerpunkte
Grundlegende Prinzipien der Freitzeitgestaltung in der OGS
Die Art der Freizeitgestaltung sollte weitgehend von den Kindern selbst bestimmt werden.
Aufgabe der Fachkraft ist es, die Kinder anzuregen und bei der Realisierung ihrer Ideen durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen zu unterstützen.
Die Kinder können
- ihre Freizeit aktiv und selbständig gestalten,
- sich kritisch mit kommerziellen Freizeitangeboten auseinander setzen,
- ihre Umwelt selbständig entdecken,
- neue Fähigkeiten an sich entdecken,
- Selbstvertrauen erwerben,
- Freundschaften schließen und aufrechterhalten,
- kooperative Fähigkeiten entwickeln,
- lernen, schöpferisch tätig zu sein,
- sich entspannen,
- soziale Anerkennung und Zuwendung geben und nehmen und
- erkennen, ob ihr Freizeitverhalten ihren Bedürfnissen entspricht (z.B. durch die Wahl in angebotene AGs).
Die Arbeitsgemeinschaften (AGs)
Die Kinder haben die Möglichkeit an wechselnden AGs teilzunehmen. Diese bestehen derzeit aus verschiedenen sportlichen Angeboten, sowie einer Theater-, einer Hauswirtschafts- und einer Kunst-AG. Durch die große Bandbreite der stattfindenden AGs haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Vorlieben und Interessen zu erkennen und weiterzuentwickeln. Jedes Kind hat die Möglichkeit zwei Mal in ein Angebot „hineinzuschnuppern“, bevor es die Entscheidung zur Teilnahme an einer AG fällen muss.
Hausaufgaben
Die Erledigung der Hausaufgaben hat absolute Priorität. Kinder erledigen ihre Hausaufgaben in festen Gruppen mit maximal 10 Kindern. Diese Zeit wird von eigenem Fachpersonal und von Lehrkräften der Schule begleitet. Die Hausaufgabenhilfe stellt keinen Nachhilfeersatz dar, die Kinder werden vielmehr hin zum selbständigen Arbeiten geführt.
Besonderheiten
Jeden Freitag findet für eine Stunde eine Art Konferenz statt, in der sich die Kinder und die Mitarbeiter zusammensetzen und über die vergangene Woche reflektieren. Innerhalb dieser Konferenz werden neue Regeln diskutiert und über Wünsche, was Aktionen oder AGs anbelangt, gesprochen. Darüber hinaus ist die Konferenz eine Art „Mecker- bzw. Kummerkasten“, in der die Kinder sagen können, was ihnen momentan gefällt oder missfällt. Auch die Mitarbeiter haben hier die Möglichkeit Lob und Unmut über gewisse Verhaltensformen oder Abläufe zu äußern.
Kinder, die Positives zum Zusammenleben beigetragen haben, werden mit einem „Plus-Punkt“ belohnt. Kinder, die vermehrt durch destruktives Verhalten auffallen, bekommen einen „Minus-Punkt“. Bei drei „Plus-Punkten“ gibt es eine Belohung, bei drei „Minus-Punkten“ wird gemeinsam über eine Sanktion diskutiert. In diesem Rahmen hat es sich als sinnvoll erwiesen, Themen wie „Respekt“ oder „Streit“ aufzugreifen, mit den Kindern gemeinsam zu definieren und zu besprechen. Oftmals bietet sich hier den Kindern die Möglichkeit, über eigene Erfahrungen zu berichten und ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen.
Die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe kreativ zur Entfaltung kommen zu lassen, ist uns wichtig. So gibt es ein Zimmer, das wechselnd nach bestimmten Ländern (z.B. Griechenland) gestaltet wird und in dem die Kinder ihren Vorstellungen freien Lauf lassen können. Dies fördert die Toleranz und das Wissen gegenüber fremden Kulturen und Gewohnheiten und lässt die Kinder über ihren „eigenen Tellerrand“ hinausblicken.
Jeder Geburtstag wird gefeiert und das Kind mit einem kleinen Geschenk und einem Liederwunsch beglückwünscht. Dadurch erfährt das Kind, dass es wichtig und wertgeschätzt ist.
Kommunikation und Zusammenarbeit
Zusammenarbeit im Team
Eine gute Zusammenarbeit im Team stellt für uns die Grundlage für effektives und zielgerichtetes Handeln dar.
Aus diesem Grund finden in regelmäßigen Abständen Teamsitzungen statt, in denen außer organisatorischen Angelegenheiten auch der Austausch über Kinder ein wichtiger Bestandteil ist. Gemeinsam werden Lösungsstrategien erarbeitet und Handlungsweisen reflektiert. Auch der Umgang der Mitarbeiter untereinander wird thematisiert, so dass immer wieder eine gemeinsame Basis für die Arbeit gefunden werden kann.
Zusammenarbeit mit Lehrern
Ein Informationsaustausch mit den Lehrern und eine gute Zusammenarbeit fördert die Effektivität der gegenseitigen Arbeit und ist deshalb von großer Bedeutung. Lehrer und pädagogische Fachkräfte führen zum Teil gemeinsam Elterngespräche und können somit über die Kinder und deren Umfeld reflektieren und miteinander nach Handlungsalternativen suchen. Regelmäßige Gespräche mit der Schulleitung und die gelegentliche Teilnahme an Schulkonferenzen tragen des weiteren zu einem zielgerichteten und gut organisierten Arbeitsablauf bei. Im Zusammenhang mit dem „Bündnis für Erziehung“ haben Schule und Ganztagsschule eng zusammengearbeitet und gemeinsam Leitsätze entwickelt.
Zusammenarbeit mit Eltern
Nur durch eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern kann die OGS die Erziehung in den Familien sinnvoll unterstützen und das Verhalten der Kinder verstehen und einordnen. Daher sind die Fachkräfte bemüht, in regelmäßigen Abständen Elterngespräche zu führen, in denen organisatorische Angelegenheiten besprochen werden, aber auch Kritik oder Lob an verschiedenen Punkten geäußert werden kann. Durch Freizeitaktivitäten, wie eine gemeinsame Weihnachtsfeier o.ä., wird der Austausch zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften zusätzlich gefördert.



